Weihnachtsbaum-Reinfall

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Ja, eigentlich sollte ich an dieser Stelle ein gesundes und erfolgreiches 2015 wünschen. Mache ich hiermit auch! ;-)

Aber eigentlich möchte ich kurz und schnell von der Enttäuschung bei unserem Weihnachtsbaumkauf berichten. Unser großes Kind und ich wollten am 24. Dezember unserer Fast-Schon-Tradition nachgehen und einen Gnadenbaum kaufen. Denn in den letzten Jahren haben wir (Mama + Papa + Kind1) uns darauf einigen können, dass wir nur einen kleinen Weihnachtsbaum kaufen und den nehmen, den die anderen Menschen nicht haben wollen. Weil er vielleicht zu klein oder verschroben oder einfach nicht perfekt ist. Und so freuten sich Kind1 und ich auf einen hutzeligen Baum, als wir auf dem Weg zum örtlichen Baumdealer waren.

Und dann die große Enttäuschung! Vor Ort gab es nur noch drei Bäume. Das wäre an sich kein Problem gewesen, wenn es denn krumme, schiefe oder einfach traurige Bäume gewesen wären. Aber nein, es waren gleich drei Prachtexemplare, die nur so vor Würde und Weihnachtlichkeit strotzten. Kind1 und ich waren schwer enttäuscht. Wir mussten – ob der fortgeschrittenen Zeit – einen der drei Bäume nehmen. Etwas bedröppelt und um 40 € erleichtert, kamen wir nach Hause und berichteten der Mama/Herzensdame von unserem Kauf. Ihr Mitleid war uns sicher. Das tat gut.

Letztendlich steht also in unserem Wohnzimmer ein ziemlich perfekt aussehender Baum, den unsere beiden Kids – unter Projektleitung des großen Kindes – sehr schön geschmückt haben. Hoffentlich können wir im kommenden Jahr wieder einen Gnadenbaum bekommen, auch wenn ich dafür weit vor dem 24.12. zum Kauf aufbrechen muss.

Warum ich gerne einen Gnadenbaum haben möchte? Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

1. Unsere Familie gehört keiner Religion an und deshalb machen wir keinen großen Aufstand um das eigentliche Fest.
2. Wir haben überhaupt erst einen Baum eingeführt als unser erstes Kind so ein Ding an Weihnachten erwarten konnte. Ergo: Weihnachten feiern wir heute maßgeblich für die Kids. Was okay ist, aber eben nicht unbedingt nach Übertreibung schreit.
3. Wenn schon Baum, dann doch gerne den unperfekten. Das Weihnachtsfest ist ein Fest des Konsums und damit der Perfektion. Schon um der perfekten Inszenierung etwas entgegen zu setzen, hätte ich gern einen unperfekten Baum.
4. Unser großes Kind möchte den unperfekten Baum aus Mitleid. Und schon für diese Empathie möchte ich das Kind bei diesem Wunsch unterstützen.
5. Die Weihnachtsfotos sind doch Jahre später viel lustiger, wenn man im Hintergrund den schiefen Baum sieht. ;-)

Und wie sieht euer Weihnachtsbaum aus? Und warum genau so? Ich freue mich auf euer Feedback.